Tarifvertrag prakt-l

Ministére du Travail, de l`Emploi et de la Santé (2012). La Négociation collective en 2011. Bilans et rapports. Paris : Ministére du Travail, de l`Emploi et de la Santé. 48 Bisher haben wir die Tarifverhandlungen auf Branchenebene und die im Unternehmen beachtet. Das versteht sich von selbst, was die Löhne betrifft, da sie während aller Veränderungen des Systems der Arbeitsbeziehungen in Frankreich nach wie vor die hauptwichtigsten Lohnverhandlungen sind. Die Schwierigkeiten bei den Tarifverhandlungen, auf die uns die befragten Gewerkschaftsvertreter aufmerksam gemacht haben, werfen jedoch Fragen nach der Relevanz und dem Gewicht anderer Lohnregulierungsstellen auf. Diese Frage stellt sich insbesondere deshalb, weil statistische Studien auf einen eher begrenzten Einfluß der Verhandlungen auf Unternehmensebene hindeuten (Meurs, Skalli, 1997; Brahami, Daniel, 2004) sowie Branchenniveau (André, Breda, 2011; André, 2012) über Löhne. Wir können eine Vielzahl von Lohnregulierungsstellen definieren, von der Definition des Arbeitsvertrags bis zur Festlegung internationaler Regeln auf europäischer Ebene oder durch die Internationale Arbeitsorganisation (IAO). Im Einklang mit unserer empirischen Analyse spielen zwei Regulierungsebenen eine wichtige Rolle: eine “Unterbetriebliche” Ebene, die durch die Individualisierung der Löhne definiert wird, und eine weitere, “supra-company”, Ebene, die durch den Einfluss von Wirtschaftsakteuren außerhalb des Unternehmens definiert wird, in diesem Fall Auftragnehmer und die Holding- oder Muttergesellschaften, die an der Spitze der Unternehmensgruppe stehen. Obwohl sie nicht institutionell als Orte der Lohnverhandlungen anerkannt sind, wie die Serden und das Unternehmen, können sie als geeignete Orte für Diskussionen über das tatsächliche Lohnniveau verstanden werden.

3 Die Studien beziehen sich im allgemeinen auf die Industrieebene, die symbolisch für die französischen Arbeitsbeziehungen steht. Die meisten von ihnen stützen ihre Analyse der Rolle des Konventskollektivs auf die Untersuchung bestimmter Branchen (Eyraud et al., 1988), während andere Branchenprofile definieren (Saglio, 1991, 2009; Jobert, 2003). Die Analyse der Rolle der Unternehmensverhandlungen im System der Arbeitsbeziehungen wurde hauptsächlich von Ökonomen durchgeführt, die ihre Auswirkungen auf die Reallöhne schätzen (Meurs, Skalli, 1997; Brahami, Daniel, 2004). Die Analyse der Arbeitsbeziehungen der Unternehmen auf der Grundlage der Reponse-Erhebung bildet eine Ausnahme (Amossé et al., 2008). 46Die regulierungsrechtliche Rolle der Der Branche traditionell zugeteilten Löhne wird unter den Betrieben verstärkt, die durch die Lohnregulierung nach Branchenprofil gekennzeichnet sind: Der Verweis auf das Konventionskollektiv ist besonders häufig bei der Festlegung der Lohnhierarchie für die Einstufung von Arbeitsplätzen (über 76 % der Arbeitsplätze). Bei anderen Lohnfragen (Boni und Arbeitnehmersparsysteme, siehe Tabelle 2) scheint die Rolle der Industrie jedoch nicht gestärkt zu sein. Verhandlungen auf Unternehmensebene sind nicht nur seltener, sondern auch durch relativ geringeren Inhalt gekennzeichnet: Verhandlungen über die Entwicklung der Gesamtlohnsumme und den Teil der individuellen Lohnerhöhungen sind besonders selten (siehe Tabelle 3). Ein gut dokumentierter Befund in Studien über Arbeitsbeziehungen zeigt, dass die Industrieebene aufgrund des begrenzten Umfangs von Verhandlungen auf Unternehmensebene durch die Definition der Lohnhierarchie eine Schlüsselrolle in Lohnfragen spielt. In Schweden sind etwa 90 Prozent aller Beschäftigten tarifgebunden, im privaten Sektor 83 Prozent (2017). [5] [6] Tarifverträge enthalten in der Regel Bestimmungen über Mindestlöhne. Schweden verfügt nicht über eine gesetzliche Regelung von Mindestlöhnen oder Rechtsvorschriften über die Ausweitung von Tarifverträgen auf unorganisierte Arbeitgeber.